ANDERS BETRACHTEN


MEINE KÜNSTLERISCHE POSITION


GEOMETRIE—Ich arbeite mit geometrischen Formen. Rechtecke und Quadrate sind vertraute, gewohnte und gelernte Muster. Damit bieten sie einen neuen Raum zum spielerischen Erforschen der Realität. Ich setzte mich mit diesen Mustern auseinander – und über sie hinweg.


WAS IST EIN BILD?—Dinge hinterfragen, sich neu bewusst machen. Versuchen zu verstehen: Was ist ein Bild? Was ist Wahrheit? Das ist die theoretische Grundlage meiner Arbeiten.

NEU SEHEN—Der Rand ist für mich das bildbestimmende Element. Nicht der Inhalt des Bildes. Ich möchte über den Rand schauen. Oder ins Leere. Eine andere Sicht der Dinge zulassen. Manchmal wird auch die Rückseite zum Bild.  Das Format ergibt sich über die Schichtung, den Umraum und die Leere.

DISTANZ—Die Klarheit und Distanz der Arbeiten ist ein Appell an den Verstand, sich auch widersprüchlichen Wahrnehmungen zu stellen. Vielfalt entsteht im Dazwischen. Am Rand. Im Umraum. Im Schichten und Kombinieren der vermeintlich vertrauen Form.



—ALLES IST MÖGLICH—

1980 bin ich elf Jahre alt. Meine Familie zieht von der polnischen Ostseeküste nach Stuttgart. Aus der modernen Hafenstadt Gdynia ins beschauliche Schwaben. Hier mache ich Abitur. Ich studiere Mathematik und technische Betriebswirtschaft. Objektive Ordnung und rationale Systeme. Die Ästhetik der Geometrie und die Eleganz einer gelösten Gleichung.

Ich arbeite. In der Automobilwirtschaft, Bauwirtschaft, Immobilienwirtschaft. 2004 mache ich mich selbständig. Ich brauche Gestaltungsmöglichkeiten. Spielräume.

Die finde ich in der Kunst. Kunst macht Gedanken plastisch.

Meine Helden werden: IMI KNÖBEL und seine reduzierten räumlichen Strukturen. STANISLAV KOLÍBAL und sein Spiel mit Illusion und Realität. MARCEL DUCHAMP und seine surrealistische Geometrie. JOSEPH BEUS und seine soziale Plastik. PIET MONDRIAN und seine konkreten Farbflächen. PIERRE SOULAGE und seine kalligraphischen Konstruktionen. MAX BILL und sein Ulmer Hocker. KASIMIR MALEWITSCH und die Schönheit eines schwarzen Quadrats.

Ich lerne. Seit 2015 an der Freien Kunstakademie Gerlingen, seit 2017 an der Freien Kunstschule Stuttgart.

Malerei und Plastik. Ohne eine Grenze dazwischen. Kunst sprengt Grenzen.

Mich faszinieren: Zwischenräume und Verbindungen. Ränder und Rückseiten. Mehrdimensionale Linien und Flächen.

Ich suche: Einen Ausdruck für das Dazwischen. Eine emotionale Linie. Die maximale Reduktion. Die Ästhetik des Chaos.